Die Nutzung von Erdwärme bietet die Möglichkeit, Wärme und Strom aus einem Bereich der Erdkruste, der für Menschen zugänglich ist, zu beziehen. Dabei handelt es sich um eine erneuerbare Energie, die nicht Gefahr läuft, zu versiegen. Zudem ist sie umweltfreundlich (Stichwort Klima- und Treibhausgase) und verdrängt nach und nach fossile Energieträger. Im Jahr 2004 lag der Anteil an der Energieversorgung durch die Geothermie in der Schweiz noch bei sehr mageren 3,5 %. Dies ist allerdings auch auf die hohe Nutzbarkeit der Wasserkraft zurückzuführen.
Aber auch in der Schweiz hat man die Zeichen der Zeit erkannt und man wird in Zukunft vermehrt auf Erdwärme als Energielieferant bauen. Seit dem Jahr 2007 wird dies auch finanziell von Seiten der Regierung unterstrichen, da man für die Einspeisung von erneuerbarer Energie, also auch der Geothermie, Vergünstigungen erhält. In erster Linie wird die Erdwärme auf direkte Art und Weise verwendet, das bedeutet, sie wird zur Beheizung und Kühlung von Gebäuden bereitgestellt. In privaten Wohngebäuden wird dies entweder über ein Fern- oder Nahwärmenetz ermöglicht oder über Wärmepumpenheizungen. Je nach Tiefe der Wärmequelle spricht man von einer tiefen (1000 bis 2500 Meter) oder oberflächennahen Geothermie. In tieferen Regionen sind höhere Temperaturen anzutreffen, die über Förderbohrungen an die Oberfläche transportiert werden können. Meist werden hier so genannte Tiefengewässer, hervorragende Wärmespeicher und Transporteure, angezapft. Das Wasser wird angepumpt, die Wärme wird durch Wärmeübertragung in einen sekundären Heiznetzkreislauf geführt und zu den Endverbrauchern weitergeleitet. Das abgekühlte Wasser wird an den Quellort wieder abgegeben. Sollte ein Haus nicht an ein solches Wärmenetz angeschlossen sein und trotzdem auf Erdwärme zugreifen, handelt es sich in den meisten Fällen um eine Wärmepumpenheizung. Diese ist für die oberflächennahe Nutzung unumgänglich, da die Temperatur des Energiepotentials zu gering ist. Zur Stromerzeugung, der indirekten Nutzung, sind höhere Temperaturen, ab 100 Grad aufwärts, nötig. Meist wird diese in Form einer Kraft-Wärme-Kopplung durchgeführt, da sich eine reine Stromerzeugung nur selten rentiert.
Für den Hausbau bzw. für Hausbesitzer bedeutet dies, dass sich Erdwärme vor allem finanziell bewähren kann. Die Nutzung von erneuerbaren Energien, auch in diesem Bereich, wird größtenteils gefördert und bietet auch günstigere Preise. Die Stromversorgung oder ein dementsprechendes Heizungssystem können sich vorteilhaft auf die finanzielle Lage auswirken.