Wenn man von einer mechanischen Lüftung spricht, also von Klima- und Lüftungsanlagen, wird man auch automatisch mit verschiedenen Bezeichnungen für Luftarten konfrontiert. Einige Begriffe wie die „Raumluft“ scheinen sich selbst zu erklären, jedoch nicht, wodurch diese beeinflusst wird. Auch eine genauer definierte Funktion ist nicht erkennbar. Die Raumluft ist schlussendlich jene Luft, die reguliert werden soll.
Wenn man also von Luftarten in der kontrollierten Wohnraumlüftung spricht, meint man eigentlich verschiedene Luftströme. Eine der häufigsten Luftarten stellt dabei die Mischluft dar, da diese dann entsteht, wenn zwei oder mehrere Luftströme aufeinander treffen. Die Raumluft ist also auch eine Mischluft. Für eine mechanische Lüftung ist zunächst die Außenluft eine der wichtigsten Luftarten. Diese entscheidet nicht nur über die Anbringung der Luftzufuhr-Öffnungen, sondern schlussendlich auch über die Luftqualität im Gebäude. Die WHO hat die Außenluft hinsichtlich ihrer Qualität in drei Kategorien unterteilt – Großstädte wie London oder Stuttgart haben zurzeit einen Wert von ODA 2 (ODA = OutDoor Air). So kann man feststellen, ob die Außenluft wenig oder stark verschmutzt ist, beispielsweise durch Aerosole, biologische Partikel, Feinstaub oder Abgase. Die Luftzufuhr-Öffnungen einer Lüftungsanlage sollten also Sonneneinstrahlung, Wald und Wiesen, den Fortluftablass und den Straßenverkehr meiden. Die Außenluft muss aber auf jeden Fall gefiltert werden, bevor sie als Zuluft der Raumluft zugeführt werden kann. Die Zuluft kann neben der Außenluft auch aus neu aufbereiteter Umluft bestehen. Jene Luft, die aus einem Raum abgezogen wird, bezeichnet man als Abluft. Die Abluft kann, wenn sie nur gering verunreinigt ist, als Umluft wieder verwendet werden. Sollte die Abluft aber schadstoffbelastet sein, wird sie als Fortluft nach draußen, ins Freie, abgegeben. Zuvor wird der Fortluft aber noch thermische Energie entzogen.
Bei Neubauten oder nach einer Renovierung sollten Luftarten wie Infiltration (Lufteintritt durch Fugen oder undichte Stellen) und Exfiltration (Luftaustritt) kaum vorhanden sein. Bei guten mechanischen Lüftungen sollte der Begriff „Leckluft“ (undichte Anlage) auch kein Thema darstellen.