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Hausbau Nebenkosten - Baufinanzierung

Eines Tages haben die meisten Menschen den Wunsch sich sesshaft zu machen. Der Grossteil der Menschen stellt sich darunter auch heute noch ein möglichst „selbstgebautes Haus mit Garten“ vor. Nachdem man sich also die Frage gestellt hat, ob man neu bauen, sanieren oder fertig kaufen will, ist der nächste und wichtigste Schritt: die Finanzplanung. Insbesondere die zahlreich anfallenden Nebenkosten beim Hausbau muss man genauestens in die Kalkulation einbeziehen, da gerade hier die Schuldenfalle oft zuschnappt. Man darf also nicht nur an den Kaufpreis des Grundstückes, des fertigen Hauses bzw. des Hausbaues denken, sondern man muss die Nebenkosten ebenso ernsthaft berücksichtigen. Diese zusätzlichen Kosten sind etwas heimtückisch und nicht so einfach zu erfassen, da sie zum Teil erst während des Baus bzw. der Abzahlung des Bau-Kredites anfallen. Hier soll eine Übersicht über die wichtigsten Nebenkosten gegeben werden, wobei die Grundkosten ebenso umfangreich verteilt sind. Das heisst, einem bleibt der Weg zum Finanzberater oder Bauplaner nicht erspart. Man sollte ohnehin bei der einmaligen Investition in ein Eigenheim, die einen über mehrere Jahrzehnte belasten kann, niemals an einer professionellen Beratung sparen.


Die Nebenkosten für den Baugrund und das Gebäude
Neben dem einfachen Kauf der Immobilie fallen natürlich einige bürokratische Wege an, die man dringend erledigen sollte, wenn man keine Probleme auf dem Bau haben will. Hier eine Auflistung der wichtigsten Nebenkosten für den Baugrund und das Gebäude:

Grunderwerbssteuer
Die Grunderwerbssteuer fällt bei jedem Kauf einer Immobilie an. Dabei variiert der Steuersatz von 2%-8,5%. Es kommt auf die Art des Grundes an (Baugrund, bewirtschafteter Grund) und auf die Art der Überlassung des Grundes (Eigenkauf, Schenkung, Erbe). Prinzipiell läuft es so ab, dass man den Erwerb/Erhalt der Immobilie ans zuständige Finanzamt melden und dieses einen Bescheid, mit der zu entrichtenden Steuersumme, an einen zurücksenden muss. Diese muss man dann ans Finanzamt bis zum 15. des Folgemonats einzahlen. Man kann sich das aber von seinem Notar oder Bauplaner erledigen lassen.

Grundbuch
Das Grundbuch ist ein Verzeichnis, das über die zuständigen Bezirksgerichte geführt wird, und von jedem eingesehen werden kann. Die Eintragung ist deshalb so wichtig, da damit erst sämtliche Rechte und auch Pflichten des jeweiligen Grundstückes und/oder Gebäudes erworben werden können. Das heisst, dass man zwar eine Immobilie besitzen kann, jedoch ohne Grundbucheintragung keine Rechte dafür erhält. Man dürfte zum Beispiel nicht bauen, jede/r könnte das Eigentum betreten etc. Für die Eintragung wendet man sich an die örtliche Bezirkshauptmannschaft oder direkt an das Bezirksgericht.

Gerichtskosten
Hier ist vor allem die Eintragung in das Grundbuch zu bezahlen.

Vertragserrichtung
Kosten für die Ratifizierung sämtlicher nötigen Verträge (Kredit, Kaufvertrag, etc.).

Vermessungskosten (Geometer)
Diese sind dem Vermessungsamt zu bezahlen, das die Masse ans Grundbuch weitergibt. Damit geht man sicher, dass nicht ein paar Zentimeter hier und da abgezwackt oder dazu genommen wurden.

Bürokratische Nebenkosten

Notariatsgebühren
In Österreich muss man keinen Notar zu den Verträgen hinzuziehen. Jedoch ist dies äusserst ratsam, da man zum einen den Experten an seiner Seite hat und zum anderen werden die Verträge notariell beglaubigt. Dann kann man nicht mehr über den Tisch gezogen werden, weil irgendjemand im Nachhinein die Verträge ändern oder anfechten will. Die Kosten für den Notar sind gut investiert! Dabei teilt man sich die Kosten normalerweise mit dem Verkäufer. In der Schweiz ist der Notar ohnehin Pflicht, wie in einer anderen Abhandlung zum Thema Kaufvertrag bereits angesprochen.

Honorare und Spesen
Diese Kosten fallen für Sachverständige, Notare, Makler, Anwälte und ev. andere Dienstleistungsanbieter für ihre Immobilie an. Noch dazu kommen die Spesen, die sie verlangen. Das sind Kopierkosten, Parkgebühren und Ähnliches, die man übernehmen muss.

Rechtsgebühren und Bewilligungen
Jeder Vertrag muss gemeldet werden. Diese Meldung kostet Geld. Meist muss man ans Finanzamt zahlen. Will man Massnahmen auf seinem Grund ergreifen, die nicht in den mit der Grundbucheintragung erworbenen Rechten enthalten sind, muss man Bewilligungen dafür beantragen. Diese bekommt man normalerweise vom Bezirksgericht. Die Ausstellung der Bewilligungen muss man bezahlen.

Hausanschluss
Um seine Immobilie mit dem Strom-, Wasser- und Gasnetz zu verbinden, muss man mit den zuständigen Firmen erst abklären, welche Leitungen bereits vorhanden sind. Jedenfalls muss man auch hier alle Kosten selbst übernehmen.

Versicherungen
Hier fallen einige nötige Versicherungen an. Man muss es aber nicht übertreiben und sollte daher erst noch mal mit seinem Versicherungsberater die Polizzen durchgehen und schauen, was bereits gedeckt sein könnte, um am Schluss nicht mehrfach für das Gleiche versichert zu sein. Haftpflichtversicherung, Rechtschutzversicherung oder Eigenheimversicherung hat man oft schon vor dem Bau des Eigenheimes und kann diese meist direkt übertragen (mitnehmen). Verfügt man nicht über die drei genannten Versicherungen, so muss man diese als mindeste Grundlage abschliessen! Weitere Versicherungen, die nicht Pflicht sind, aber einem ungeheuren und wichtigen Schutz geben, sind die Rohbauversicherung und die Bauleistungsversicherung. Die Rohbauversicherung deckt sämtliche mögliche Schäden (Feuer, Naturgewalten, Planungsfehler, Materialfehler etc.) in der Rohbauphase. Ist diese Phase abgeschlossen, endet auch der Vertrag, jedoch muss man die Versicherung für eine gewisse Zeitspanne abschliessen. Aber hier gilt die Devise: lieber etwas zu lange, als zu kurz! Die Bauleistungsversicherung sollte man auch schon vor dem Baubeginn abschliessen. Sie ist sehr nützlich, da hier fast alle möglichen Schäden übernommen werden, die nicht mutwillig zustande gekommen sind. Das heisst gegen elementare Einflüsse (Wind, Wasser, Hagel, Murenabgänge etc.), gegen Diebstahl (wobei nur die Teile der Baustelle versichert sind, also keine Autos auf der Baustelle, Pläne oder Akten etc.) und was vor allem wichtig ist, gegen Vandalismus und Planungsfehler. Meist reicht die Bauleistungsversicherung, wenn man jedoch finanziell und zeitlich geschickt verhandelt, ist eine Kombination der beiden Versicherungen oft günstig.

Dieser Überblick an Nebenkosten beim Hausbau soll den Schritt ins Eigenheim erleichtern, jedoch bleibt ein Beratungsgespräch mit dem Finanzberater und Versicherungsberater nicht aus. Des Weiteren sollte man sich stets mehrere Angebote machen lassen und dies nicht unbedingt von regionalen Versicherungen und/oder Kreditgebern. Eine ausführliche und ernsthafte Planung auf dem Weg zum Eigenheim ist die halbe Miete!


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