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Das Bausparlexikon

Der „Ratgeber zum Bausparen“ ist ein wichtiger Helfer rund um die beim Bausparen entstehenden Fragen. Damit auch die dabei erläuterten Fachbegriffe nicht als ein Fachchinesisch verstanden werden, gibt es nachfolgend das Bauspar-ABC, das diese Begriffe erklärt.


Abschlussgebühr
Damit die Bausparkasse einen Teil ihrer Vertriebskosten decken kann, wurde die Abschlussgebühr eingeführt. Dies ist in der Regel 1% bis 1,6% der Bausparsumme. Gezahlt wird die Abschlussgebühr entweder mit der ersten Sparrate oder aber vom Bausparer in einer einmaligen Summe.

Bauspardarlehen
Die Differenz die entsteht wenn man das Bausparguthaben von der Bausparsumme abzieht, ist das Bauspardarlehen das sich bei den klassischen Tarifen ergibt. Jedoch kann man das Bauspardarlehen auch von vornherein mit einem festen Prozentsatz von 50 bis 60 Prozent festlegen. Die Höhe der Tilgungsraten und die gutgeschriebenen Zinsen sind ausschlaggebend für die Höhe des Bauspardarlehens wenn man sich für einen Tarif mit Mehr- und Wahlzuteilung entscheiden hat. Die Verwendung für ein Bauspardarlehen darf nur wohnwirtschaftlichen Zwecken dienen. In diesen Zwecken sind jedoch auch Modernisierungsmaßnahmen und Ablösungen von Altschulden mit einberechnet.

Bausparguthaben
Die Zusammensetzung des Bausparguthabens besteht aus den Guthabenzinsen, allen getätigten Einzahlungen, Prämien der staatlichen Bauförderung, Treueboni und Zinsboni. Läuft die Bindungsfrist ab oder erfolgt die Zuteilung des Vertrages für eine wohnwirtschaftliche Verwendung, werden Arbeitnehmersparzulage und/ oder Wohnungsbauprämie zugeschlagen.

Bausparsumme
Ist der über den Bausparvertrag abgeschlossene Betrag. Der Bausparer erhält die vertraglich geregelte Summe nachdem eine Zuteilung erfolgt ist ausbezahlt. Allerdings müssen für die Zuteilung einige Voraussetzungen erfüllt sein. Diese sind die Zielbewertungszahl und das Mindestguthaben. Auch für die Abschlussgebühr, die Tilgungsraten die gezahlt werden müssen und das erforderliche Mindestguthaben ist die Bausparsumme die Grundlage.
Der Bausparer hat jederzeit die Möglichkeit seine im Bausparvertrag festgelegte Bausparsumme zu erhöhen, doch wird in diesem Fall eine nochmalige Abschlussgebühr fällig. 12 Monate ist die Zeit, die für die Zuteilungssperrfrist ab dem Erhöhungstag gilt. Auch erfolgt eine Umrechnung der Bewertungszahl. Wird der Bauspartarif aber nicht mehr von der Bausparkasse angeboten, kann diese eine Erhöhung verweigern.

Bewertungszahl
Beim Bausparen spielt für die Zuteilung des Baugeldes die Höhe der Sparleistung eine bedeutende Rolle. Neben der Guthabenhöhe ist aber auch die Sparzeitdauer ein wichtiger Faktor. Die Bewertungszahl ist die spezielle Kennziffer, die beide Faktoren an einem Bewertungsstichtag erfasst. Wird die Zielbewertungszahl die im Vertrag gefordert ist, durch den Bausparer erreicht, steht einer Zuteilung nichts mehr im Wege.

Bindungsfrist
Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage sind staatliche Förderungen und Zulagen die zu erlangen an eine 7-jährige Bindungsfrist gebunden sind. Wird diese Bindungsfrist eingehalten und die Zuteilung erfolgt, können die ausgezahlten Bausparmittel nur dann prämienunschädlich eingesetzt werden, wenn man sie wohnwirtschaftlich einsetzt. Deshalb ist auch eine Kündigung prämienschädlich, wenn sie innerhalb der Bindungsfrist unternommen wird und auch die Zulagen und Prämien gehen auf diese Weise verloren. Jedoch gibt es auch Ausnahmen die zulässig, aber nicht erfreulich sind. Dazu gehören Todesfälle oder dauerhafte Arbeitslosigkeit. Wenn man ohne prämienrechtliche Nachteile über das Bausparguthaben frei verfügen möchte, sollte man abwarten bis die Bindungsfrist von 7 Jahren abgelaufen ist.

Darlehensgebühr
Sollte eine Darlehensgebühr fällig sein, beträgt diese meist 2 Prozent des Bauspardarlehens bei Auszahlung. Doch verlangen dies in der heutigen Zeit immer weniger Bausparkassen von ihren Kunden. Immer mehr der modernen Bauspartarife beinhalten keine Darlehensgebühr mehr.

Darlehenshöhe
In der Regel ist die Differenz die durch den Abzug des jeweiligen Bausparguthabens von der Bausparsumme entsteht, das Bauspardarlehen das der Bausparer günstig gewährt bekommt. Zahlt der Bausparer aber nun über die eigentliche Ansparleistung hinaus auf den Bausparvertrag ein, kommt es zu einer Überzahlung. Daraus resultiert in den meisten Fällen eine unnötige Verringerung des rechnerischen Bauspardarlehens.

Effektivzins
Für eine Immobilienfinanzierung ist der Effektivzins der auf das Bauspardarlehen gewährt wird, keine ausschlaggebende Vergleichskennziffer. In ihm werden im Normalfall eine Darlehensgebühr die eventuell noch gefordert wird, die Abschlussgebühr und der Nominalzins berücksichtigt. Jedoch findet die Sparphase darin keine Berücksichtigung, weshalb auf die Qualität des Bauspartarifs und des Bausparangebots kein Rückschluss gezogen werden kann.

Guthabenzins
Je nach gewähltem Tarif beläuft sich der Guthabenzins auf 0,5 bis 1,5 Prozent und wird so von den Bausparkassen sehr niedrig gehalten. Allerdings kann sich die Verzinsung bei einigen Tarifen durch einen Zinsbonus bei Verzicht auf das Bauspardarlehen erhöhen.

Mehrzuteilung
Hat der Bausparer sich bei Vertragsabschluss für einen Bauspartarif mit Mehrzuteilung entschieden, kann er sich das Bauspardarlehen später erhöhen und so mehr als die vereinbarte Bausparsumme auszahlen lassen. Dafür muss man aber entweder eine hohe Sparleistung erbringen oder höhere Tilgungsraten in Kauf nehmen. Manche Bauspartarife geben dem Bausparer sogar die Freiheit die Höhe der Tilgungsraten und des Bauspardarlehens selbst zu wählen. Die monatliche Tilgungsrate die von der Bausparkasse ermittelt wird, ist von der Ansparsumme und der Darlehenshöhe abhängig.

Mindestsparguthaben/ Mindestansparsumme
Der Betrag der für vom Kunden erforderliche Sparleistung steht, ist der Mindestansparbetrag. Ihm kann man entnehmen, welche Summe der Kunde durch monatliche Einzahlungen erreichen muss. Im Normalfall sind dies Beträge, die 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme ausmachen.

Regelsparbeitrag
Die Anzeige des Regelsparbeitrag in der Bausparsumme wird in Promille angezeigt. Die Kalkulation hierfür sorgt, dass der Bausparkunde das erforderliche Mindestguthaben innerhalb einer angemessenen Sparzeit erreicht. Allerdings kann die erforderliche Sparzeit bei einer Unterschreitung verlängert werden. Bei einigen Bausparkassen kann man die Sparzeit mit erlaubten Sonderzahlungen verkürzen.

Schnellspartarif
Ein Schnellspartarif ist für solche Bauherren eine Alternative, die Baugeld in naher Zukunft benötigen. Besonders dringende Fälle können mit einer gleich zu Beginn eingezahlten Summe vorangetrieben werden. Auch muss man als Bausparer bei einem Schnellspartarif mit höheren Tilgungsraten rechnen und auch eine höhere Liquiditätsbelastung als es bei normalen Tarifen der Fall wäre, in Kauf nehmen.

Tarifwechsel
Flexible Bauspartarife sind der Trend der zunehmend von den Bausparkassen angeboten wird. Unterschiede lassen sich bei diesen hauptsächlich in Mindestsparguthaben, Guthabenzins, Bewertungszahlfaktor und Darlehenszins unterscheiden. Strebt man einen Wechsel innerhalb der vorgegebenen Tarife bis zur Zuteilung des Bausparvertrags an, ist die abhängig von den einzelnen Tarifbedingungen. Im Grunde ist ein Tarifwechsel auch nur dann sinnvoll, wenn der Bausparer aus irgendwelchen Gründen schneller als geplant an einen zuteilungsreifen Bausparvertrag kommen möchte.

Übertragung Bausparvertrag
Nach § 15 AO kann man einen Bausparvertrag mit allen Pflichten und Rechten an einen Angehörigen abtreten. Auch in welchem Grad die Angehörigen zum Bausparer stehen müssen, ist im § 15 AO geregelt. Dazu zählen Ehegatten, Geschwister, Geschwister der Ehegatten, Ehegatten der Geschwister, Kinder der Geschwister und Geschwister der Eltern. Ferner auch Verlobte, Pflegeeltern und Pflegekinder. Darüber hinaus kann man den Bausparvertrag auch an Verschwägerte und Verwandte in gerader Linie, wie Kinder, Eltern, Schwiegerkinder und Schwiegereltern abtreten. Wird der Bausparvertrag übertragen, ändert sich nichts in Bezug auf Bewertungszahl und voraussichtlicher Zuteilungstermin.

Wahltarif/ Wahlzuteilung
Selbst nach einem Vertragsabschluss hat ein Sparer, vorausgesetzt er hat sich für einen Wahl- und Optionstarif entschieden, die Möglichkeit den Tarif bis zur Zuteilung zu wechseln. Hierbei spielt nur die Wahl der Tilgungs- und Zinshöhe eine wichtige Bedeutung. Verschiebt ein Kunde nun seine eigenen Bauabsichten oder hebt sie auf, kann er sich aufgrund der Zinsoption für einen höheren Sparzins entscheiden. Auf der anderen Seite kann er sich auch nachträglich für einen niedrigeren Darlehens- und Sparzins entscheiden.
Wartezeit
Ist die Zeit, die zwischen dem Beginn des Vertrages bis hin zur Zuteilung dessen, vergeht.

Zielbewertungszahl
Beeinflussend auf die Auszahlung der Vertragssumme und des dafür wichtigen Zuteilungstermin ist die bis dahin vom Bausparer erbrachte Sparleistung. Auch die Sparzeitdauer ist hierbei von großer Bedeutung. Mit der Zuhilfenahme einer speziellen Kennziffer, der Bewertungszahl, werden diese Faktoren an wichtigen Bewertungsstichtagen erfasst. Dabei kommt die Zielbewertungszahl heraus, die der Bausparer bis zur Auszahlung der Bausparsumme erreichen muss.

Zuteilung
Hält die Bausparkasse die aus Bauspardarlehen und Guthaben bestehende Bausparsumme zur Auszahlung bereit, kann eine Zuteilung erfolgen. Dies geschieht meist innerhalb kurzer Zeit nachdem der Bausparer an dem Stichtag die Zielbewertungszahl und das Mindestguthaben erreicht hat.

Zwischenfinanzierung
Es gibt Momente in welchen der Vertrag noch nicht zuteilungsreif ist, der Kunde aber dennoch finanzieren möchte. Dann muss er den Betrag finanzieren, der bis zur Zuteilungsreife bei einem angesparten Vertrag zur Überbrückung der noch übrigen Wartezeit fehlt.


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