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Der Fremdwährungskredit - Baufinanzierung

Neben den Wohnungskosten, einer abwechslungsreichen Freizeitgestaltung, modischer Kleidung, einem funktionierenden Auto und dem jährlichen Urlaub sind mit dem Einkommen noch viele weitere Kosten abzudecken. Besonders bei der Wohnraumschaffung bleibt vielen Menschen nichts anderes übrig, als einen Kredit aufzunehmen. Der klassische Kredit für diesen Fall ist der Baukredit. Doch neben diesem gibt es noch einige anderen Kreditformen, die für den einen oder anderen passender erscheinen könnten. Eine dieser Kreditformen ist der Fremdwährungskredit.


Wie schon der Name sagt, wird das Geld in einer fremden Währung, zum Beispiel Yen, angelegt. Die niedrigeren Kosten sollten durch ein niedrigeres Zinsniveau der Fremdwährung entstehen, denn dieses kann den zu zahlenden Betrag deutlich verringern. Ausserdem wird versucht Geld zu sparen, indem man zum richtigen Zeitpunkt zwischen den einzelnen Währungen wechselt, also switcht. Ein deutsches Gericht hat jüngst entschieden, dass die Kursgewinne nicht zu versteuern sind, so lange nicht in die heimische Währung zurück gewechselt wird. Wahrscheinlich eine wichtige Entscheidung für den ganzen deutschsprachigen Raum.

Da die Rückzahlung auch in der Fremdwährung erfolgen muss, spielt der aktuelle Wechselkurs eine sehr grosse Rolle. Wie auch bei anderen Spekulationsgeschäften liegt genau hier das Risiko. Denn die Kurse können sehr schnell ansteigen oder abfallen, wodurch die Kreditschuld durch höhere Raten verändert wird. Wenn der Wechselkurs steigt, dann erhöhen sich auch der Wert der fremden Währung und damit auch die Kreditschuld. Sinkt der Wechselkurs jedoch, verringert sich auch die Kreditschuld. Die Zinsen für den Kredit bleiben zwar gleich niedrig, jedoch muss man einen höheren Euro-Betrag zahlen, um die Rate in der Fremdwährung finanzieren zu können. Denn für die Rückzahlung muss man zuerst die Fremdwährung kaufen.

Doch das Währungsrisiko ist nicht das einzige Problem des Fremdwährungskredites. Denn zusätzlich muss man auch noch ein Zinsänderungsrisiko tragen. Bei Fremdwährungskrediten können die Zinsen nur für maximal 24 Monate fixiert werden. Meist erfolgt alle drei bis sechs Monate eine Zinsanpassung. Wenn die Zinsen steigen, kann dies die Schuld massiv erhöhen. Noch viel mehr, als starke Schwankungen der Währung. Solange jedoch in eine andere Währung mit niedrigeren Zinsen gewechselt werden kann, stellt dieses Risiko kein grosses Problem dar. Aber man sollte jederzeit im Stande sein, den Kredit auch mit den Euro-Zinsen zurückzahlen zu können, auch wenn diese meist zwei bis drei Prozent über den Fremdwährungszinsen liegen.

Bei der Rückzahlung muss noch genau zwischen zwei verschiedenen Formen des Fremdwährungskredites unterschieden werden. Zunächst gibt es den Tilgungskredit. Bei dieser Variante beinhaltet die monatliche Rate sowohl einen Teil der zu zahlenden Zinsen, als auch einen Teil, der zur Tilgung der Kreditschuld dient. Im Gegensatz dazu bleibt bei einem endfälligen Kredit mit Tilgungsträger bis zum Schluss die ganze Kreditschuld erhalten. Die monatliche Rate beinhaltet hier einerseits einen Betrag zur Tilgung der Zinsen, und andererseits einen Betrag, um sich einen Tilgungsträger anzusparen. Dadurch sollte man am Ende den ganzen Betrag des Kredits begleichen können. Bei der zweiten Form müssen also zwei Verträge unterschrieben werden. Einerseits einen Schuldvertrag, andererseits einen Vertrag zur Geldanlage. Dies kann wiederum auf unterschiedlichsten Formen erfolgen.

Bei dieser zweiten Variante gibt es auch noch das Tilgungsträgerrisiko. Dieses besteht darin, dass der Tilgungsträger am Ende der Laufzeit noch nicht genügend angespart hat, um den gesamten Kredit zurück zu zahlen. Um dieses Risiko zu verhindern, sollte man bei der Berechnung des Tilgungsträgers von schlechten Zinserträgen ausgehen. Sollten diese dann doch höher sein als erwartet, kann der Kredit einfach früher zurückgezahlt werden. Oder man kann einen zeitlichen Puffer einbauen, indem man nach einer bestimmten Laufzeit eine Wartezeit einplant, in der eventuelle Rückstände wieder aufgefangen werden können.

Aufgrund der vielen Gefahren sollte man sich immer darüber im Klaren sein, dass ein solcher Kredit ein hohes Risiko birgt. Besonders wenn man auf diesem Gebiet ein Laie ist, sind die Informationen sehr kompliziert und unverständlich. Ausserdem kann man mit keinem Mittel der Welt die Zukunft vorhersagen. Denn auch wenn die zurückliegende Entwicklung auf einen bestimmten Kurs hinweist, kann alles noch anders kommen.

Um also ein optimales Ergebnis zu erreichen, muss man zuallererst sehr viel Zeit investieren. Die braucht man einerseits, um sich verschiedene Angebote erstellen zu lassen, andererseits um diese auch aufmerksam durchzulesen. Besonders die Absätze über die Risiken sollten genau durchstudiert und auch verstanden werden. Ansonsten sollte man sich alles erklären lassen, bis man es auch wirklich verstanden hat. Denn die Qualität der Beratung kann auch einiges über die Qualität des Kredites aussagen.


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