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Das Niedrigenergiehaus

In Zeiten des Treibhauseffektes und der zunehmenden Umweltverschmutzungen setzt sich auch beim Häuserbau der Trend zum umweltbewussten Bauen und Nutzungsmöglichkeiten durch. So galten Niedrigenergiehäuser noch bis vor wenigen Jahren als eine ökologisch besonders fortschrittliche Bauweise, heute zählen sie bei den meisten Neubauten schon zum Standard. Beim Niedrigenergiehaus handelt es sich, wie schon der Name verrät, um ein für die übliche Nutzung vorgesehenes Gebäude, das einen besonders niedrigen Energieverbrauch – hier ist die Heizenergie gemeint – hat. Darunter fallen nicht nur Neubauten, sondern auch sanierte Altbauten, die das jeweils gesetzlich festgelegte, energietechnische Anforderungsniveau unterschreiten und somit einen niedrigen Energieverbrauch aufweisen.


Dieser niedrige Verbrauch ergibt sich aus dem Vergleich mit den heutzutage üblichen Heizenergieverbrauchswerten, die zwischen 12 und 16 Liter Heizöl pro Quadratmeter beheizter (Wohn-)Fläche pro Jahr liegen. Man bezeichnet einen spezifischen Heizenergieverbrauch von etwa 2,5 bis 6 Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr dabei als „niedrig“. Der Begriff Nullenergiehäuser wird für Häuser verwendet, die jährlich noch weniger Energie benötigen. In diese Kategorie fallen jedoch nicht nur die reinen Nullenergiehäuser, die für die Heizung des Gebäudes tatsächlich keine Brennstoffe umwandeln müssen, sondern auch Häuser, deren Heizenergieverbrauch nahe bei Null liegt.

Der Minergiestandard
In der Schweiz versteht man unter Niedrigenergiehäuser, auch Häuser, die nach dem Minergiestandard gebaut wurden. Bei Minergie handelt es sich um eine geschützte Marke für nachhaltiges Bauen, diese gehört den Kantonen Zürich und Bern. Der Verein betreibt das Marketing und die Zertifizierung dieses weltweit geschützten Labels. In der Schweiz ist Minergie der wichtigste Standard hinsichtlich Energie für Niedrigenergiehäuser. Momentan werden in der Schweiz etwa zwei Prozent der Sanierungen und 13 Prozent der Neubauten nach Minergie zertifiziert. Meist handelt es sich dabei um Wohnbauten. Das Ziel des nationalen Energieprogramms ist es, einen Marktanteil von 20 Prozent der Neubauten und fünf bis zehn Prozent der Sanierungen in der Schweiz zu erreichen.

Das Um und Auf: Eine gute Wärmedämmung
Um einen jährlichen Heizwärmebedarf, der sich mindestens 25 Prozent unter den gesetzlichen Forderungen der jeweils geltenden Wärmeschutzverordnungen befindet, erreichen zu können, verfügen Niedrigenergiehäuser dementsprechend über eine besonders gute Wärmedämmung. Fenster, Aussenwände, Kellerdecken und -wände sowie Dächer haben eine gute Dämmung, welche das gesamte Haus miteinschliesst; dies ist das wichtigste Merkmal eines Niedrigenergiehauses. Zudem wird beim Bau auf eine energiesparende Warmwasseraufbereitung geachtet, es geht weiters um die Optimierung des Verhältnisses von Aussenfläche und Nutzvolumen und wichtig ist ausserdem die Vermeidung von unnötigem Stromverbrauch.

Das besondere Energiekonzept bei Heizung und Warmwasseraufbereitung
Die Heizung wird bei einem Niedrigenergiehaus direkt auf das Haus abgestimmt; das bedeutet, dass diese die Möglichkeit der Selbstregelung hat, und sie sich, falls nötig, selber zurückschalten kann. Zusätzlich sorgt ein optimales Belüftungssystem für ein gutes Klima im Niedrigenergiehaus, so kann zusätzlich weitere Energie gespart werden.
Für die optimale Warmwasseraufbereitung darf in einem energieeffizienten Haus eine Solaranlage natürlich nicht fehlen. So wird bei einem Niedrigenergiehaus versucht, eine möglichst grosse Unabhängigkeit für die Wassererwärmung, vor allem im Sommer (zu 100 Prozent durch Sonnenkollektoren) zu erreichen, die Sonnenenergie wird auch für die Heizung genutzt.

Bauen nach Wunsch
Gewisse Standards müssen beim Niedrigenergiehaus zwar wie bei einem herkömmlichen Haus eingehalten werden, doch kann ein Niedrigenergiehaus ganz nach den Vorstellungen und Wünschen der Bauherren gestaltet werden, sofern mit kompetenten Fachleuten zusammengearbeitet wird, um sicherzustellen, dass es sich beim Haus nach Abschluss der Bauarbeiten auch tatsächlich um ein Niedrigenergiehaus handelt.

Dabei gilt es, folgende Punkte zu beachten. Das örtliche Klima und die Lage des Hauses muss berücksichtigt werden, die Hauptfensterflächen sollten nach Süden ausgerichtet werden, die Zimmer nach Verwendungszweck ausrichten, die Wohnräume sollten nach Süden zeigen, Bad, Toilette und Küche nach Norden. Wärmebrücken sollten vermieden werden: Das sind Bauteile, die die Wärme nach aussen transportieren. Die Dämmung sollte aussen 20 bis 40 cm dick sein, das Dach, die Keller- und Geschossdecken ebenfalls gut gedämmt werden, die Fenster sollten aus zwei oder drei Scheiben Wärmeschutzglas gefertigt werden. Eine energieeffiziente Heizungsanlage (Niedertemperaturkessel, Brennwertkessel oder Holzheizung) muss installiert werden, ebenso empfiehlt sich der Einsatz von kontrollierter Lüftung, die es ermöglicht bis 80 Prozent der Wärme aus der Abluft zurück zu gewinnen. Thermische Solaranlagen dienen der Warmwasseraufbereitung und eventuell auch als Heizung. Die Gebäudehülle selbst sollte eine hohe Luftdichtheit aufweisen. Schliesslich können auch Strom sparende Haushaltsgeräte und eine sinnvolle Haustechnik den Energieverbrauch senken.

Kostenpunkt
Der Bauherr muss zwar in ein Niedrigenergiehaus mehr als in ein herkömmliches investieren, der Mehraufwand ergibt sich aus den Kosten für die gut isolierenden Fenster, die Wärmedämmung und das besondere Heizsystem, doch aufgrund des in Folge niedrigeren Energieaufwands macht sich dieser Mehraufwand schliesslich bezahlt!


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