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Kanalisation

Für die Abwasserableitung bedient man sich in der Regel eines öffentlichen Kanalnetzes, der so genannten Kanalisation. Jedes Gebäude besitzt dabei eine eigene Hauskanalisation, die das Schmutz- und Regenwasser sammelt und dem Kanalnetz zuführt. In entlegenen Gebieten, die kanaltechnisch nicht erschlossen sind, kann man dieses Abwasser in einer Sickergrube sammeln und es, wenn diese voll ist, abtransportieren lassen. Wahlweise besteht auch die Möglichkeit eine eigene Kleinkläranlage zu betreiben, die das Abwasser reinigt und anschließend absickern lässt. Hierbei spricht man auch von einem „dezentralen Abwassersystem“. Die Verantwortung für die Abwasserentsorgung wird dabei auf den Grundstückseigentümer übertragen.


Das Abwasser, das in die Kanalisation gelangt, wird entweder in eine Kläranlage zur Aufbereitung und Reinigung transportiert oder, im Falle von reinem Regenwasser, auch häufig in einen so genannten Vorfluter (Gewässer) geführt. Dies muss allerdings ausdrücklich genehmigt werden.

Früher wurde das Kanalnetz aus Ziegelsteinen oder Ton gemauert, heute verwendet man überwiegend Stahl, Keramik, Faserbeton und Kunststoff. Die Größe eines Kanalnetzes hängt vom vorhandenen Ballungsraum ab, begehbare Kontrollschächte müssen aber gegeben sein.

Damit das Abwasser auch ordnungsgemäß abfließen kann, muss ein Gefälle von 0,1 bis 0,2 Prozent gewährleistet werden, das Ganze bei einem Durchmesser von mehreren Metern bis minimal 20 – 25 cm. Die Freispiegelleitungen, die meist zum Einsatz kommen, bieten zudem eine Art Reserve für starke Niederschläge: Das bedeutet, dass der Wasserstand im Normalfall nicht den Rohrscheitel übersteigt, außer bei verstärktem Regen- und Wasseraufkommen.

Die Kanalisation kann aber nicht immer die nötigen Gefälle aufweisen, manchmal müssen auch Steigungen überwunden werden. Für diese Sonderfälle werden Druckleitungen, Unterdrucksysteme und Pumpenanlagen benötigt.
Des Weiteren gibt es zwei Systeme: Das Trennsystem, hier wird das Schmutzwasser getrennt vom Regenwasser entsorgt, und das Mischsystem, welches Schmutz- und Regenwasser gemeinsam der Kanalisation zuführt. Die „dezentrale Variante“ wird häufig als drittes System angeführt.

Für den Hausbau ist hier entscheidend, dass Neubauten fast ausnahmslos an ein Trennsystem angeschlossen werden. Zum einen steigt das Schmutzwasservolumen kontinuierlich an, zum anderen können so Überschwemmungen vermieden werden. Die Kanalisation, genauer gesagt, das ganze System, muss also schon in der Planungsphase berücksichtigt werden.


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